Unterschätzte Gefahr im Straßenverkehr: Das Schlafapnoe-Syndrom

Unterschätzte Gefahr im Straßenverkehr:
Das Schlafapnoe-Syndrom

Wenn der Einnickteufel wieder mitfährt…

Von Dr.-Ing.Gerhard Ernst (VDI)
Wilhelm-Koenen-Str.13, D-06526 Sangerhausen, Telefon: 03464/51 59 29
Mitglied im GSD Bundesverband e.V.

Sekundenschlaf stellt – noch vor Alkohol – eine der größten Gefahren im Straßenverkehr
dar. Ist man mit 100 km/h unterwegs und schließt lediglich für eine Sekunde die Augen,
legt man fast 28 Meter blind zurück. (Bildquelle: Rainer-Sturm, pixelio.de)

Nächtliche Atemstörungen werden als Ursache für Sekundenschlaf am Steuer oft nicht erkannt

Ohne Therapie steigt das Unfallrisiko um das etwa Dreifache und der Versicherungsschutz kann verloren gehen

Experten gehen davon aus, dass ein Viertel aller Verkehrsunfälle auf Übermüdung zurückzuführen sind. Damit
übertrifft das kurze Einnicken als Unfallursache sogar Alkohol am Steuer. Bei Müdigkeit durch einmaligen
Schlafmangel können auch laute Musik und offene Fenster zumindest kurzzeitig wieder fit machen. Bei
Schlafapnoe helfen diese Methoden jedoch nicht mehr, der Schlafmangel ist hier schon chronisch. Obwohl die
Krankheit weit verbreitet ist, wird sie oft nicht erkannt und leichtfertig nur als störendes Schnarchen abgetan. Die
Alarmsignale sind allerdings eindeutig: Unruhiger, nicht erholsamer Schlaf mit lautem Schnarchen und längeren
Atemstillständen sowie Konzentrationsschwierigkeiten, Vergesslichkeit und Müdigkeitsanfälle am Tag. Wer diese
Symptome nicht behandeln lässt, dem droht bei einem Unfall der Entzug der Fahrerlaubnis und der Verlust des
Kasko-Versicherungsschutzes. Dabei lassen sich die Symptome schon mit einer Atemmaske einfach beheben.

Bei Müdigkeit, die auf einmaligen Schlafmangel zurückzuführen ist, können auch kurze
Schlafpausen, laute Musik und offene Fenster wieder fit machen. Beim Schlafapnoe-
Syndrom wirken diese Methoden jedoch nicht, da der Schlafmangel hier chronisch ist.
(Bildquelle: bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung Bern)

Ist man mit 100 km/h unterwegs und schließt lediglich für eine Sekunde die Augen, legt man fast 28 Meter blind
zurück. Diese einfache Rechnung zeigt, wie fatal es ist, wenn man beim Autofahren auch nur für einen Moment
einnickt. Dabei ist die Gefahr umso größer, je höher die Geschwindigkeit ist. Gerade noch einmal Glück hatte der
Ingenieur Dr. Gerhard Ernst, als er eines Abends nach anstrengenden Beratungen auf der Autobahn mit hohem
Tempo nach Hause fuhr. „Schon seit einiger Zeit hatte ich bemerkt, dass ich sowohl tagsüber als auch abends
ungewöhnlich schnell müde wurde“, berichtet er. „Deshalb habe ich bei Nachtfahrten mit meinem PKW öfter eine
Kurzschlafpause auf dem Parkplatz eingelegt, um danach wieder konzentriert weiterfahren zu können.“ Ohne es
zu merken, hatte er bei einer solchen Pause in die Heckklappe seines Autos einen Zweig einklemmt. Wieder auf
der Autobahn, überholte er einen LKW mit hoher Geschwindigkeit und schreckte von einem dröhnenden Geräusch
auf – der Zweig streifte am Lastwagen. „Ich war während des Überholmanövers in Sekundenschlaf verfallen“,
erinnert sich Ernst noch mit Schrecken. „Schlagartig war ich wieder wach und konnte zum Glück noch reagieren.
Mein Leben verdanke ich diesem kleinen Ast!“

Schwerwiegende Folgeerkrankungen und erhöhtes Unfallrisiko

Obwohl der Ingenieur davon überzeugt war, dass seine Müdigkeitsanfälle von überanstrengender Arbeit
herrührten, gab ihm der Vorfall zu denken. Untersuchungen im Schlaflabor ergaben dann, dass er am
sogenannten Obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) litt. Die auffälligste Symptomatik dieser
ernstzunehmenden Krankheit – Schwierigkeiten beim Atmen im Schlaf bis hin zu längeren Aussetzern – wird
dabei häufig mit harmlosem Schnarchen verwechselt und deshalb oft nicht wirksam behandelt. Durch die vielen
nächtlichen Atemaussetzer haben Betroffene jedoch keinen erholsamen Schlaf mehr und sind deshalb tagsüber
häufiger müde, haben Konzentrationsschwierigkeiten und neigen zu Sekundenschlaf, was das Risiko für Verkehrsund
Arbeitsunfälle etwa verdreifacht.

„Unsere kognitive Leistungsfähigkeit ist an einen normalen Schlafrhythmus mit drei bis vier Schlafzyklen
gebunden, in denen verschiedene Schlafstadien und Traumschlaf vorkommen“, erklärt Dr. med. Andreas Möller,
Schlafmediziner und HNO-Arzt aus Wilhelmshaven. „Bei Patienten mit schlafbezogenen Atemstörungen ist diese
gesunde Schlafzyklik zerstört und die Tief-und Traumschlaf-phasen sind reduziert.“ Welche gravierenden Folgen
die mangelnde nächtliche Erholung auf die Reaktionszeit hat, zeigte eine australische Studie an der Universität in
Adelaide: In Fahrsimulationstests mit vorherigem Schlafentzug hatten unbehandelte Schlafapnoe-Patienten
gegenüber gesunden Probanden Probleme, die Spur zu halten und kollidierten häufiger mit virtuellen
Hindernissen. Auch die allgemeinen Fahrleistungen waren deutlich stärker eingeschränkt. Massiver Schlafmangel
wirkt sich zudem ähnlich wie Alkohol aus, wie Möller ergänzt: „Schon nach 17 Stunden ohne Schlaf ist die

Fahrleistung so schlecht wie bei einer Blutalkoholkonzentration von 0,5 Promille. 24 Stunden ohne Schlaf
entsprechen sogar 1 Promille.“

CPAP-Therapie ermöglicht erholsamen Schlaf und sichere Fahrt

(Bildquelle: FLO Medizintechnik GmbH)

Praktisch für Leute, die beruflich viel unterwegs sind, ist das FLO xPAP-Gerät: Dieses kann auch
über einen externen Akku oder sogar über den Zigarettenanzünder im Fahrzeug betrieben werden.
Damit ist selbst für Fernfahrer, die in ihrem LKW übernachten müssen, die Versorgung gesichert.

Die Dunkelziffer der durch Schlafapnoe verursachten Unfälle ist jedoch sehr hoch, je nach Studien-oder
Testbedingungen wurde sogar ein bis zu siebenfach erhöhtes Unfallrisiko festgestellt. „Hier können nur
Maßnahmen helfen, die den chronischen Schlafmangel beheben und wieder für die notwendige zentralnervöse
und motorische Erholung bei Nacht sorgen“, sagt Möller. Bei Schläfrigkeit am Steuer sollte man in jedem Fall am
nächsten Rastplatz anhalten und schlafen. Als wirksamste und nachhaltige Behandlungsmethode hat sich jedoch
die sogenannte CPAP-Technik (Continuous Positive Airway Pressure) erwiesen: Über einen
Druckatmungsgenerator mit Atemmaske, die der Patient nachts anlegt, wird der Rachenraum offen gehalten und
eine regelmäßige Sauerstoffzufuhr gewährleistet. „Bei Patienten, die regelmäßig mit der Atemmaske schliefen,
verbesserten sich laut einer Untersuchung durch Frau Prof. Dr. Orth und Frau Prof. Dr. Kotterba die
Fahrleistungen bereits nach zweitägiger Anwendung deutlich“, so der Schlafmediziner. In weiteren
Untersuchungen mit Fahrsimulatoren konnten Orth und Kotterba feststellen, dass die Fahrtauglichkeit zwei
Wochen nach Einleitung der CPAP-Therapie wiederhergestellt werden kann. „Nach dreijähriger Therapie waren
gar keine Unterschiede mehr zu der gesunden Kontrollgruppe feststellbar.“

Zurzeit erarbeitet eine Expertengruppe um Kotterba und Orth im Auftrag des Bundesamtes für Straßenwesen
Vorschläge, wie mit Tagesschläfrigkeit im Straßenverkehr umzugehen ist und wann Patienten nach Einleitung
einer CPAP-Therapie wieder fahrtauglich sind. Bisher handelt es sich um eine Expertenmeinung, es ist noch kein
Gesetzesbeschluss. Eine regelmäßige Anwendung ist bei Schlafapnoe für die Fahrerlaubnis jedoch unerlässlich:
Seit 1998 sind Patienten, die keiner regelmäßigen Behandlung nachkommen, in keiner Führerscheinklasse zur
Teilnahme am Straßenverkehr mehr zugelassen. Hat man einen Autounfall und kann keine lückenlose Therapie
nachweisen, kann man nicht nur strafrechtlich, sondern auch zivilrechtlich belangt werden und die Kasko-
Versicherung ist nicht mehr zur Zahlung verpflichtet.

Exakte Dokumentation der Therapiestunden entlastet vor Gericht

„Um der Beweispflicht in solchen Fällen entgegen zu kommen, sind in unseren CPAP-Geräten SD-Speicherkarten
integriert, auf denen die Therapie-und Betriebsstunden automatisch dokumentiert werden“, berichtet Falko
Menzel, Medizinprodukteberater der FLO Medizintechnik GmbH. Bis zu 10 Jahre rückwirkend lassen sich so die
Therapiezeiten inklusive Uhrzeit und Datum nachweisen. „Aufgezeichnet wird auf zehn Sekunden genau und nur,
wenn das Gerät einen Atemfluss erkennt“, erläutert Menzel. „So können Betroffene im Versicherungsfall die
Nutzung glaubhaft und fälschungssicher belegen.“ Diese präzise Dokumentation kann zudem helfen, eine optimal
sitzende Maske zu finden und die Druckeinstellungen zu überprüfen.

Im Auto können die FLO xPAP-Druckatmungsgeneratoren auch über einen externen Akku oder sogar über den
Zigarettenanzünder betrieben werden. Damit ist selbst für Fernfahrer, die in ihrem LKW übernachten müssen, die
Versorgung gesichert. „Ich habe bereits verschiedene CPAP-Geräte und andere alternative Therapien gegen
Schlafapnoe ausprobiert, mit unterschiedlichem Erfolg“, erzählt Gerhard Ernst. „Seit August 2010 habe ich ein

aPAP-Gerätesystem von FLO, mit dem ich wieder etwa sieben Stunden pro Nacht erholsam durchschlafen kann.“
Um auch anderen Patienten Mut zu machen und sie an seinen persönlichen Erfahrungen mit der CPAP-Therapie
teilhaben zu lassen, engagiert sich der Ingenieur in der SHG Selbsthilfegruppe Schlafapnoe Marburg und der
Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin, über die sich Betroffene Rat und Unterstützung
holen können.

In enger Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern sowie Medizinern aus führenden schlafmedizinischen Zentren
entwickelt die FLO Medizintechnik GmbH Druckatmungsgeneratoren zur Therapie des Schlafapnoe-Syndroms.
Neben den grundlegenden, gesetzlichen Anforderungen an medizinisch-technische Geräte fließen außerdem die
Rückmeldungen von Anwendern und Patientenverbänden in die Neu-und Weiterentwicklung der
Druckatmungsgeneratoren ein. Das FLOxPAP ist das einzige im Beatmungsbereich eingesetzte Gerät, welches
lungengängigen Feinstaub abscheidet und vor der Auslieferung an einem einzigartigen Lungenmodell getestet
wird, bevor es der Patient anwendet. In einem unabhängigen Vergleichstest der Helmut-Schmidt Universität in
Hamburg schnitt der FLOxPAP Druckatmungsgenerator als Gruppenbester ab. (Testergebnisse unter:
http://www.respiratorcheck.de.)

Dr.-Ing.Gerhard Ernst (VDI)
Wilhelm-Koenen-Str.13
D-06526 Sangerhausen
Telefon: 03464/51 59 29

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Treffen Selbsthilfegruppe Schlafapnoe

Ab sofort treffen sich die Mitglieder unserer Selbsthilfegruppe Schlafapnoe

nach Absprache jeden 1. Mittwoch im Monat ab 19:00 Uhr

im Pfarrheim Iversheim Buschhöhlenweg 4

53902 Bad Münstereifel – Iversheim

Mitgliedertreff

Unsere Selbsthilfegruppe Schlafapnoe Bad Münstereifel e.V.

veranstaltet ihr Neujahrstreffen am Freitag, 28. Januar, um 18:30 Uhr
in der Gaststätte Wallraff in Zülpich-Hoven Nideggener Straße 100.

Dazu sind Schlafapnoe-Patienten, Schnarcher und deren Angehörige
herzlich eingeladen.

Bei einem gemeinsamen Essen (auf eigene Rechnung) werden
verschiedene Themen diskutiert.

1.Organisation der Verteilung unseres Flyers Schlafapnoe.

2. 2011 „Jahr des Ehrenamtes“ Ehrenamt in Selbsthilfegruppen.

3. DAK Studie zum hohen Stellenwert der Selbsthilfe.

4. Protrusionsschienen in der Therapie, Fragen und Antworten.

5. Unsere Mitgliedschaft und Zusammenarbeit mit dem
„Bundesverband Gemeinnützige Selbsthilfe Schlafapnoe
Deutschland e.V.“

Beteiligung an der ab 2011 vom Bundesverband gegründeten
Patientensprechstunde „Patienten fragen Mediziner antworten“.

Sechs Mediziner aus dem wissenschaftlichen Beirat des
Bundesverbandes beantworten Fragen der Patienten.

Unser Essen wird vorbestellt, wir bitten um kurzfristige Anmeldung.

Hans